Brandenburg


In Brandenburg-Görden verbüßen zahlreiche Regimegegner des SED-Staates unter härtesten Bedingungen ihre Haft.

„Wer nicht für uns ist, ist gegen uns!" Tausende politische Häftlinge werden im Zuchthaus Brandenburg, gemeinsam mit Kriminellen oder Kriegsverbrechern, eingesperrt.

Das Gefängnis Brandenburg-Görden war eine der gefürchtesten Strafvollzugsanstalten der DDR.

Zwischen 1927 und 1935 nach einem Konzept für humanen Strafvollzug mit Werkstätten und Fortbildungsmöglichkeiten für Häftlinge errichtet, nutzen die Nationalsozialisten das Gefängnis als Haftanstalt für Kriminelle, aber auch für politische Häftlinge. Erich Honecker, später Staatsratsvorsitzender der DDR, war hier einige Jahre inhaftiert.

Ab 1940 werden in Brandenburg-Görden auch Hinrichtungen durchgeführt. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs übernimmt die sowjetische Besatzungsmacht das Gefängnis und führt es als Untersuchungshaftanstalt weiter. Sowjetische Militärtribunale (SMT) verurteilen Tausende zu Lagerhaft, Deportation oder zum Tod.

Nach der Gründung der DDR wird das Gefängnis an das Ministerium des Innern (MdI) übergeben. Zahlreiche Inhaftierte sind der Willkür der Wachhabenden ausgesetzt und verbüßten unter härtesten Bedingungen ihre oft langjährigen Strafen. Die Zellen sind permanent überbelegt, der Belegungshöchststand wird Ende 1973 mit 3.450 Häftlingen erreicht. Die Gefangenen arbeiten an veralteten Maschinen und unter oft gesundheitsschädigenden Bedingungen in der Holzverarbeitung, im Reichsbahnausbesserungswerk (RAW), im Stahl- und Getriebewerk Brandenburg...  

 

Luftbild aus heutiger Zeit - Aerial view from today
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auf dem Gelände des Reichsbahnausbesserungswerk Brandenburg
auf dem Gelände des Reichsbahnausbesserungswerk Brandenburg